Handelskalkulation: Übungen mit Lösungen, vorwärts und rückwärts
Stand: 22. Oktober 2026
Unabhängiges Angebot, nicht von der IHK.
Mit der Handelskalkulation berechnest du, zu welchem Preis ein Händler eine Ware verkaufen muss oder wie viel er beim Einkauf höchstens zahlen darf. Der Knackpunkt ist fast immer die Frage, welcher Wert 100 % ist. Jede Aufgabe hier wird vom Rechner neu erzeugt und Zeile für Zeile geprüft.
Erklärung
Das Kalkulationsschema
Das Schema hat zwei Teile. Die Bezugskalkulation führt vom Listeneinkaufspreis zum Bezugspreis:
- Listeneinkaufspreis
- minus Liefererrabatt (vom Listeneinkaufspreis)
- gleich Zieleinkaufspreis
- minus Liefererskonto (vom Zieleinkaufspreis)
- gleich Bareinkaufspreis
- plus Bezugskosten wie Fracht und Verpackung
- gleich Bezugspreis, auch Einstandspreis genannt
Die Verkaufskalkulation führt weiter zum Listenverkaufspreis:
- plus Handlungskosten (vom Bezugspreis) gleich Selbstkosten
- plus Gewinn (von den Selbstkosten) gleich Barverkaufspreis
- plus Kundenskonto und Vertreterprovision (vom Zielverkaufspreis) gleich Zielverkaufspreis
- plus Kundenrabatt (vom Listenverkaufspreis) gleich Listenverkaufspreis netto
Runde jede Zeile auf Cent und rechne mit dem gerundeten Wert weiter. In den Aufgaben hier gehen die Zahlen glatt auf.
Vom Hundert, im Hundert, auf Hundert
Entscheidend ist, welcher Wert 100 % ist. Bis zum Barverkaufspreis ist der bekannte Wert die Basis, du rechnest vom Hundert. Kundenskonto, Provision und Kundenrabatt werden aber vom höheren Wert weiter unten berechnet. Der bekannte Wert ist dann weniger als 100 %, du rechnest im Hundert.
Beispiel: Barverkaufspreis 676,20 €, Kundenskonto 2 %. Der Zielverkaufspreis ist 100 %, der Barverkaufspreis also 98 %. Rechnung: 676,20 € : 98 · 100 = 690,00 €. Der Skonto beträgt 2 % von 690,00 €, also 13,80 €. Wer einfach 2 % von 676,20 € aufschlägt, landet bei 689,72 € und hat einen Fehler gemacht.
Vorwärts komplett
Beispiel: Listeneinkaufspreis 600,00 €, Rabatt 25 %, Skonto 2 %, Bezugskosten 49,00 €. Zieleinkaufspreis 450,00 €, Bareinkaufspreis 441,00 €, Bezugspreis 490,00 €. Mit 15 % Handlungskosten ergeben sich 563,50 € Selbstkosten, mit 20 % Gewinn 676,20 € Barverkaufspreis. Im Hundert mit 2 % Skonto folgt der Zielverkaufspreis von 690,00 €, mit 25 % Kundenrabatt der Listenverkaufspreis: 690,00 € : 75 · 100 = 920,00 €.
Rückwärts und Differenz
Bei der Rückwärtskalkulation ist der Verkaufspreis vom Markt vorgegeben. Du rechnest von unten nach oben. Jetzt sind Rabatt und Skonto vom Hundert, weil ihre Basis gegeben ist. Gewinn und Handlungskosten rechnest du auf Hundert heraus: Selbstkosten = Barverkaufspreis : 120 · 100 bei 20 % Gewinn. Beim Einkauf rechnest du wieder im Hundert zurück: Zieleinkaufspreis = Bareinkaufspreis : 98 · 100.
Bei der Differenzkalkulation kennst du Bezugspreis und Listenverkaufspreis. Du rechnest von oben bis zu den Selbstkosten und von unten bis zum Barverkaufspreis. Die Differenz ist der Gewinn, den du am Ende in Prozent der Selbstkosten angibst.
So übst du hier
Stufe 1 übt einzelne Schritte, Stufe 2 das komplette Schema vorwärts, Stufe 3 Rückwärts- und Differenzkalkulation.
Typische Fehler
- Kundenskonto vom Barverkaufspreis berechnen. Er wird vom Zielverkaufspreis berechnet, also im Hundert: Barverkaufspreis : 98 · 100 bei 2 % Skonto.
- Den Kundenrabatt einfach auf den Zielverkaufspreis aufschlagen. Basis ist der Listenverkaufspreis, du rechnest im Hundert.
- Rückwärts den Gewinnsatz vom Barverkaufspreis abziehen. Der Gewinn bezieht sich auf die Selbstkosten, du rechnest auf Hundert: Barverkaufspreis : 120 · 100 bei 20 % Gewinn.
- Den Liefererskonto vom Listeneinkaufspreis berechnen. Erst kommt der Rabatt, der Skonto wird vom Zieleinkaufspreis berechnet.