Komma bei Infinitivgruppen: Übungen mit Lösungen
Klasse 8Stand: 7. Oktober 2026
Eine Infinitivgruppe ist ein Infinitiv mit zu und den Wörtern, die dazugehören. Bei um, ohne, statt, anstatt, außer und als, nach einem Nomen und bei einem Verweiswort muss ein Komma stehen. Sonst darfst du meist selbst entscheiden, nur bei Verben wie scheinen oder brauchen steht kein Komma.
Erklärung
Was ist eine Infinitivgruppe?
Ein Infinitiv ist die Grundform eines Verbs, zum Beispiel lesen oder aufräumen. Steht davor ein zu, sprichst du vom zu-Infinitiv: zu lesen, aufzuräumen. Kommen noch weitere Wörter dazu, entsteht eine Infinitivgruppe: ein Buch zu lesen, das Zimmer aufzuräumen. Sie hat kein eigenes Subjekt und keine gebeugte Verbform. Das unterscheidet sie von einem Nebensatz.
Wann das Komma Pflicht ist
Die amtliche Regel nennt drei Fälle, in denen du ein Komma setzen musst.
- Einleitungswort: Die Gruppe beginnt mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als. Beispiel: Sie lernt jeden Abend, um die Prüfung zu bestehen. Auch ein einzelnes Wort reicht hier: Er ging, ohne zu grüßen.
- Nomen: Die Gruppe hängt von einem Nomen ab. Typische Nomen sind Idee, Lust, Zeit, Angst, Plan oder Möglichkeit. Beispiel: Lea hat die Idee, ein Fest im Garten zu feiern.
- Verweiswort: Ein Wort im Hauptsatz kündigt die Gruppe an oder greift sie wieder auf. Das sind es, das, daran, darauf, davon, dazu, damit oder darüber. Beispiel: Ich freue mich darauf, dich bald wiederzusehen.
Steht eine Infinitivgruppe mit Pflichtkomma mitten im Satz, trennst du sie auf beiden Seiten ab: Die Idee, ein Baumhaus zu bauen, kam von meiner Schwester. Ist das Komma freiwillig, setzt du beide Kommas oder keins.
Wann das Komma freiwillig ist
Trifft keiner der drei Fälle zu, darfst du das Komma setzen oder weglassen. Beides ist richtig.
- Mia versucht, das Rätsel allein zu lösen.
- Mia versucht das Rätsel allein zu lösen.
Ein Komma kann hier trotzdem sinnvoll sein, weil es den Satz übersichtlicher macht. In Prüfungen ist es deshalb kein Fehler, es zu setzen.
Wann kein Komma steht
Nicht jedes zu vor einem Verb leitet eine Infinitivgruppe ein. Bei manchen Verben gehört der zu-Infinitiv fest zum Prädikat. Dann steht kein Komma. Das gilt vor allem für:
- scheinen: Der Hund scheint zu schlafen.
- brauchen mit nicht oder kein: Du brauchst nicht zu warten.
- pflegen im Sinn von „gewöhnlich tun“: Mein Opa pflegt nach dem Essen zu schlafen.
- drohen und versprechen, wenn sie eine Gefahr oder Erwartung ausdrücken: Der alte Baum droht umzufallen. Das Wochenende verspricht sonnig zu werden.
- sein oder haben mit zu: Die Aufgabe ist leicht zu lösen. Ich habe noch viel zu tun.
Will dagegen eine Person etwas tun, sind drohen und versprechen Vollverben. Dann ist das Komma wieder freiwillig: Der Schiedsrichter droht(,) das Spiel abzubrechen.
Nach Modalverben wie können, müssen, wollen oder möchten steht der Infinitiv ohne zu. Das ist gar keine Infinitivgruppe, also gibt es dort auch kein Komma: Ich möchte heute ins Kino gehen.
So gehst du vor
- Suche den Infinitiv mit zu und bestimme, welche Wörter zu ihm gehören.
- Prüfe, ob die Gruppe mit um, ohne, statt, anstatt, außer oder als beginnt.
- Prüfe, ob sie von einem Nomen oder einem Verweiswort abhängt.
- Trifft eine Prüfung zu, setzt du das Komma. Sonst ist es freiwillig.
Achte bei langen Sätzen darauf, dass auch Nebensätze mit weil, wenn oder dass ein Komma brauchen. Diese Kommas haben mit der Infinitivgruppe nichts zu tun und sind immer Pflicht.
So übst du hier
Auf Stufe 1 trainierst du Sätze mit um, ohne und statt. Auf Stufe 2 kommen Nomen und Verweiswörter dazu. Auf Stufe 3 sind die Sätze länger, die Infinitivgruppe steht vorn oder in der Mitte, und es gibt zusätzliche Nebensätze. Du setzt Kommas direkt zwischen die Wörter, entscheidest zwischen Pflicht, freiwillig und keins oder sortierst Sätze in Körbe.
Typische Fehler
- Das Komma vor um, ohne oder statt vergessen. Diese Wörter leiten immer eine Infinitivgruppe ein, die abgetrennt werden muss.
- Das Komma hinter das Einleitungswort setzen, also „um, die Prüfung zu bestehen“. Das Komma steht vor um, nicht danach.
- Bei einer Infinitivgruppe in der Satzmitte nur ein Komma setzen. Sie wird vorn und hinten abgetrennt.
- Bei scheinen, brauchen oder sein mit zu ein Komma setzen. Hier gehört der zu-Infinitiv zum Prädikat, deshalb steht kein Komma. Dasselbe gilt für drohen im Sinn von „es besteht Gefahr“: Der Baum droht umzufallen.
- Ein Verweiswort wie darauf oder es übersehen und das Komma für freiwillig halten. Das Verweiswort macht das Komma zur Pflicht.