Adverbiale Bestimmungen: Übungen mit Lösungen
Klasse 6 bis 7Stand: 7. Oktober 2026
Adverbiale Bestimmungen sagen, wann, wo, wie oder warum etwas passiert. Du findest sie mit einer passenden Frage. Auf Stufe 3 lernst du, sie vom Präpositionalobjekt zu unterscheiden.
Erklärung
Wozu gibt es adverbiale Bestimmungen?
Lies diesen Satz: Ben rennt. Das ist ein ganzer Satz, aber wir wissen nicht viel. Jetzt so: Nach dem Training rennt Ben wegen des Regens schnell nach Hause. Plötzlich wissen wir, wann, warum, wie und wohin Ben rennt. Diese Zusatzinfos heißen adverbiale Bestimmungen. Du kannst sie oft weglassen, und der Satz stimmt trotzdem noch.
Die vier wichtigsten Arten
Jede Art hat ihre eigenen Fragen. Stell die Frage immer mit dem ganzen Satz.
- Zeit: Wann? Wie lange? Seit wann? Wie oft? Beispiel: Am Montag schreiben wir einen Test. Wann schreiben wir einen Test? Am Montag.
- Ort: Wo? Wohin? Woher? Beispiel: Noah kommt aus der Schule. Woher kommt Noah? Aus der Schule.
- Art und Weise: Wie? Beispiel: Elif singt sehr schön. Wie singt Elif? Sehr schön.
- Grund: Warum? Weshalb? Beispiel: Vor Freude bellt der Hund. Warum bellt der Hund? Vor Freude.
Eine adverbiale Bestimmung kann ein einzelnes Wort sein, wie „heute“ oder „leise“. Sie kann aber auch aus mehreren Wörtern bestehen, wie „am späten Nachmittag“. Dann gehören alle Wörter zusammen.
Mehrere in einem Satz
Ein Satz kann mehrere adverbiale Bestimmungen haben. Geh sie einzeln durch. Mia fliegt in den Ferien nach Italien. Wann fliegt Mia nach Italien? In den Ferien. Das ist die Zeit. Wohin fliegt Mia? Nach Italien. Das ist der Ort.
Präpositionalobjekt oder adverbiale Bestimmung?
Das ist der knifflige Teil. Beide beginnen oft mit einer Präposition wie „auf“, „an“ oder „über“. Vergleiche:
- Ich warte auf den Bus.
- Ich warte an der Haltestelle.
Im ersten Satz gehört „auf“ fest zum Verb. Man sagt immer „warten auf“. Die Frage lautet: Worauf warte ich? Auf den Bus. Das ist ein Präpositionalobjekt. Nach Zeit, Ort, Art oder Grund kannst du hier nicht sinnvoll fragen.
Im zweiten Satz passt die Frage „Wo warte ich?“. Die Antwort ist ein Ort. Also ist „an der Haltestelle“ eine adverbiale Bestimmung des Ortes.
Ein guter Test: Kannst du die Präposition austauschen? „an der Haltestelle“, „vor der Haltestelle“, „neben der Haltestelle“. Das klappt. Bei „warten auf“ klappt es nicht. „Ich warte über den Bus“ ergibt keinen Sinn. Der Test hilft oft, aber nicht immer.
Achtung: Eine Frage mit „wo“ und Präposition allein beweist noch nichts. „Womit fährt Ben nach Berlin? Mit dem Zug.“ klingt auch richtig. Dort passt aber auch „Wie fährt Ben?“. Also ist es eine adverbiale Bestimmung der Art und Weise. Entscheidend ist, ob die Präposition fest zum Verb gehört.
Typische Verben mit fester Präposition sind: denken an, glauben an, träumen von, sprechen über, lachen über, bitten um, achten auf, hoffen auf.
So übst du hier
Auf Stufe 1 bestimmst du Zeit und Ort. Auf Stufe 2 kommen Art und Weise und Grund dazu, außerdem „wohin“, „woher“ und „wie lange“. Auf Stufe 3 unterscheidest du Präpositionalobjekte von adverbialen Bestimmungen. Du wählst, markierst, sortierst in Körbe und ordnest Fragen zu. Bei jedem Fehler bekommst du die passende Frage gezeigt. Probier es einfach aus.
Typische Fehler
- Nur mit dem Fragewort fragen. „Wo?“ allein hilft wenig. Frag mit dem ganzen Satz: Wo wartet Ben? An der Haltestelle.
- Jede Wortgruppe mit „auf“ oder „an“ für eine Ortsangabe halten. Bei „Ich warte auf den Bus“ fragst du „Worauf?“. Das ist ein Präpositionalobjekt.
- Nur „Wo?“ für eine Ortsfrage halten. Auch „Wohin?“ und „Woher?“ fragen nach dem Ort. Wohin gehe ich? In den Garten. Woher komme ich? Aus dem Garten.
- Zeit und Art verwechseln. „Wie lange“ fragt nach der Zeit, „Wie“ allein nach der Art und Weise. Zwei Stunden lang ist Zeit, langsam ist Art und Weise.
- Nur einen Teil markieren. „Am späten Nachmittag“ ist eine einzige adverbiale Bestimmung, nicht drei.