Fälle bestimmen: Übungen mit Lösungen
Klasse 5 bis 6Stand: 7. Oktober 2026
Im Deutschen gibt es vier Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Mit der passenden Frage findest du heraus, in welchem Fall ein Nomen steht. Auch die Präposition davor verrät dir oft den Fall.
Erklärung
Warum gibt es Fälle?
Vergleiche: Der Hund beißt den Mann. Den Hund beißt der Mann. Die Wörter sind fast gleich, aber die Bedeutung ist ganz anders. Der Artikel zeigt dir, wer etwas tut und mit wem etwas passiert. Darum ändern sich Artikel und manchmal auch das Nomen. Diese Formen nennt man Fälle.
Die vier Fälle und ihre Fragen
Jeder Fall hat eine eigene Frage. Stell sie immer mit dem ganzen Satz.
- Nominativ: Wer oder was? Der Hund bellt im Garten. Wer oder was bellt? Der Hund.
- Genitiv: Wessen? Das ist das Fahrrad meines Bruders. Wessen Fahrrad ist das? Meines Bruders.
- Dativ: Wem? Lea hilft ihrer Oma. Wem hilft Lea? Ihrer Oma.
- Akkusativ: Wen oder was? Mia isst den Apfel. Wen oder was isst Mia? Den Apfel.
Das Subjekt steht immer im Nominativ. Viele Verben brauchen zusätzlich einen Akkusativ, zum Beispiel essen, sehen oder kaufen. Andere brauchen einen Dativ, zum Beispiel helfen, danken oder gehören.
Der Artikel hilft dir
Bei männlichen Nomen siehst du den Fall am Artikel besonders gut:
- der Hund (Nominativ)
- des Hundes (Genitiv)
- dem Hund (Dativ)
- den Hund (Akkusativ)
Bei weiblichen Nomen ist es schwieriger. Zu einem männlichen Nomen gehört „der“ im Nominativ. Bei einem weiblichen Nomen zeigt „der“ aber den Dativ oder den Genitiv an. Elif hilft der Nachbarin. Hier steht „der“, und es ist Dativ. Verlass dich also nicht nur auf den Artikel. Mach immer die Frageprobe.
Präpositionen bestimmen den Fall
Nach vielen Präpositionen steht immer derselbe Fall. Das kannst du dir merken:
- Dativ nach mit, nach, bei, seit, von, zu, aus: Lea spielt mit dem Hund.
- Akkusativ nach für, durch, gegen, ohne, um: Ben kauft ein Geschenk für den Vater.
- Genitiv nach wegen, trotz, während: Wegen des Regens bleiben wir drinnen.
Wechselpräpositionen: Wo oder wohin?
Neun Präpositionen können zwei Fälle haben: in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen. Hier entscheidet die Frage.
- Wo? Dann steht der Dativ. Die Katze liegt auf dem Sofa. Wo liegt die Katze? Auf dem Sofa.
- Wohin? Dann steht der Akkusativ. Mia setzt die Katze auf das Sofa. Wohin setzt Mia die Katze? Auf das Sofa.
Ein Tipp: Bei „Wohin?“ bewegt sich meistens etwas zu einem Ziel. Bei „Wo?“ bleibt es an seinem Platz.
So übst du hier
Auf Stufe 1 bestimmst du Nominativ, Dativ und Akkusativ. Auf Stufe 2 kommen der Genitiv und Präpositionen dazu. Auf Stufe 3 übst du die Wechselpräpositionen und knifflige Sätze. Du wählst den Fall, sortierst in Körbe, ordnest zu und setzt fehlende Artikel ein. Wenn etwas nicht klappt, zeigt dir die Frageprobe den Weg. Mit jeder Aufgabe wirst du sicherer.
Typische Fehler
- Nur nach dem Artikel gehen. „der“ ist nicht immer Nominativ. In „Elif hilft der Nachbarin“ steht der Dativ. Frag: Wem hilft Elif? Der Nachbarin.
- Die Frage ohne Satz stellen. „Wem?“ allein hilft wenig. Frag mit dem ganzen Satz: Wem hilft Lea? Ihrer Oma. Das ist der Dativ.
- Bei Wechselpräpositionen raten. Frag „Wo?“ oder „Wohin?“. Ben legt das Buch auf den Tisch: Wohin? Also Akkusativ.
- Den Fall nach einer Präposition übersehen. Nach „mit“ steht immer der Dativ: mit dem Ball, nicht mit den Ball.
- Das Subjekt suchen, das vorne steht. In „Den Ball holt der Hund“ steht vorne der Akkusativ. Wer oder was holt den Ball? Der Hund.