s, ss oder ß: Übungen mit Lösungen
Klasse 5 bis 6Stand: 7. Oktober 2026
Ob du s, ss oder ß schreibst, hörst du am Laut davor. Nach einem kurzen Vokal steht meist ss, nach einem langen Vokal oder ei, au, eu steht ß. Klingt das s weich und summend, schreibst du einfaches s.
Erklärung
Hör genau hin
Bei s, ss und ß musst du zwei Fragen stellen. Erstens: Ist der Vokal vor dem s kurz oder lang? Zweitens: Klingt das s scharf und zischend wie bei einer Schlange, oder weich und summend wie bei einer Biene? Sprich das Wort langsam und deutlich. Du kannst dabei auch klatschen oder die Hand an den Hals legen. Beim weichen s spürst du ein leichtes Brummen.
Regel 1: kurzer Vokal, dann ss
Ist der Vokal kurz und das s scharf, schreibst du ss.
- Wasser: Das a ist kurz, deshalb ss.
- Schlüssel: Das ü ist kurz, deshalb ss.
- Fluss, Kuss, nass, muss
Ein kurzer Vokal klingt knapp, fast wie abgeschnitten. Vergleiche: In „Wasser“ ist das a kurz, in „Straße“ ist es lang.
Es gibt Ausnahmen. Kleine Wörter wie bis, was, es, das und des schreibst du mit einfachem s, obwohl der Vokal kurz ist. Das gilt auch für das Wort Bus. In Wörtern wie Kiste, Fenster oder Maske folgt auf das s gleich ein Konsonant. Dort steht auch nur ein s. Bei Verbformen wie musst oder passt bleibt aber das ss aus müssen und passen erhalten.
Regel 2: langer Vokal, dann ß
Ist der Vokal lang und das s scharf, schreibst du ß.
- Straße: Das a ist lang, deshalb ß.
- Fuß, groß, süß, Soße, gießen
Regel 3: nach ei, au, eu steht ß
Die Zwielaute ei, au, eu und äu klingen immer lang. Klingt das s danach scharf, schreibst du ß. Ein ss steht nach einem Zwielaut nie.
- heiß, weiß, draußen, Strauß, fleißig, scheußlich
Regel 4: weiches s, dann s
Klingt das s weich und summend, schreibst du einfaches s. Das ist oft zwischen zwei Vokalen so.
- Rose, Hose, Nase, Wiese, Reise, lesen
Der Trick am Wortende: verlängern
Am Ende eines Wortes klingt jedes s scharf. Dort hörst du den Unterschied nicht. Deshalb verlängerst du das Wort. Bilde die Mehrzahl, steigere das Adjektiv oder nimm eine andere Verbform.
- Haus → Häuser: Das s klingt weich, also Haus mit s.
- Gras → Gräser: weich, also s.
- Gruß → Grüße: scharf nach langem ü, also ß.
- Fuß → Füße: scharf nach langem ü, also ß.
Auch bei Verben hilft ein Blick auf die Grundform. „Er reist“ kommt von reisen, das s ist weich. „Er reißt“ kommt von reißen, das s ist scharf. Beide Wörter gibt es, aber sie bedeuten etwas anderes.
Achtung bei Verben
Manche Verben wechseln zwischen ss und ß, weil sich der Vokal ändert.
- essen (kurz) → er aß (lang)
- schließen (lang) → er schloss (kurz)
- gießen (lang) → er goss (kurz)
- wissen (kurz) → ich weiß (Zwielaut)
Prüfe also immer genau die Form, die im Satz steht.
So übst du hier
Auf Stufe 1 übst du häufige Wörter mit kurzem und langem Vokal. Auf Stufe 2 kommen das weiche s, die Verlängerung und Verbformen dazu. Auf Stufe 3 hat jeder Satz mehrere Lücken. Bei jeder Antwort siehst du, welche Regel passt. So merkst du dir die Regeln Schritt für Schritt.
Typische Fehler
- ß nach kurzem Vokal schreiben, zum Beispiel „Fluß“ oder „muß“. Seit der Reform gilt: Nach kurzem Vokal steht ss, also Fluss und muss.
- ss nach einem Zwielaut schreiben, etwa „heiss“ oder „draussen“. Nach ei, au und eu steht nie ss, sondern ß.
- Am Wortende raten statt verlängern. „Kreis“ schreibst du mit s, weil du in „Kreise“ ein weiches s hörst.
- Bei Verben die Form aus dem Infinitiv übernehmen. Von schließen kommt „er schloss“ mit ss, weil das o kurz ist.